Bei höhergradiger Adipositas und Diabetes Typ II ist die Adipositas-Chirurgie (bariatrische Chirurgie) ein Weg zu einer dauerhaften Gewichtsreduktion.
Die chirurgische Behandlung umfasst eine Reihe von operativen Verfahren, die in der Regel bei schwerer Adipositas (BMI ≥ 40) oder morbider Adipositas (BMI ≥ 35 mit begleitenden Gesundheitsproblemen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe) zum Einsatz kommen.
Arten chirurgischer Verfahren: Magenbypass (Roux-en-Y Gastric Bypass); Magenverkleinerung (Sleeve-Gastrektomie), Biliopankreatische Diversion mit Duodenal Switch (BPD/DS); Endosleeve (endoskopisches Verfahren).
Psychopharmakaspiegel nach bariatrischer Chirurgie: Die bariatrische Chirurgie, wie der Magenbypass, die Sleeve-Gastrektomie oder andere gewichtsreduzierende Operationen, führt zu erheblichen physiologischen Veränderungen im Körper, die auch die Pharmakokinetik von Medikamenten beeinflussen können. Insbesondere wirken sich diese Eingriffe auf die Resorption von Medikamenten aus, was zu einer Veränderung der Psychopharmakaspiegel führen kann. Daher ist es für Patienten, die nach bariatrischer Chirurgie weiterhin psychotrope Medikamente einnehmen, wichtig, die Anpassung der Medikamentendosen und die Überwachung der Blutspiegel zu berücksichtigen.
Der Magenbypass ist die heute am häufigsten verwendete Methode. Dabei wird ein Teil des Magens ausgeschaltet und der Teil des Dünndarms mit den verdauungsfördernden Enzymen am Magen vorbeigeleitet. Dies vermindert das Verdauen von Fette und Eiweissen sowie die Ausschüttung des Hungerhormons Ghrelin. Gleichzeitig reduziert sich dabei jedoch auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine (D, B1 und B12) sowie bedeutsamer Spurenelemente (Eisen, Zink, Magnesium und Calcium). Diese müssen in Folge lebenslang substituiert werden. Der Magenbypass führt zu einer durchschnittlichen Gewichtsreduktion von 50-60% innert 2 Jahren.
Eine neuere Methode ist die Magenverkleinerung (sleeve gastrectomy). Hier wird der Magen auf einen kleinen Schlauch reduziert wird, was zu einer vergleichbare Gewichtsreduktion wie beim Magenbypass führt.
Die invasivste und auf Fälle mit extremer Adipositas beschränkte Methode ist die Biliopankreatische Diversion mit Duodenalswitch. Dabei wird das Magenvolumen verkleinert und der Verdauungstrakt durch die Vorbeileitung von Darmschlingen deutlich verkürzt. So kann eine Gewichtsreduktion von 70-80% erreicht werden, jedoch bei einem hohen Risiko von Verdauungsstörungen und langfristigen Mangelerscheinungen.
Beim endoskopischen Schlauchmagen (Endosleeve) wird der Magen im Rahmen einer Magenspiegelung mithilfe einer speziellen Nahttechnik eingefaltet, wodurch sein Volumen um bis zu 70 % reduziert wird. Gleichzeitig verlangsamt sich die Magenpassage für Nahrung, sodass ein rasch einsetzendes und langanhaltendes Sättigungsgefühl entsteht.